Waidhofen: Neue Pflasteriaden und Kopfschütteleien

HEISSE PFLASTERSTEINE

Foto: Piaty / Unter "Breaking News" hat Baustadtrat Dowalil seinem Ärger über die Vorgehensweise der Stadtveranwortlichen öffentlich gemacht. Während bereits beim Umbau des Gerichtes die Agenden nicht an den Baustadtrat und Vorsitzenden des Bauausschussen, sondern an den ÖVP Stadtrat Sommer gingen, wird er auch bei der Neugestaltung des Hohen Marktes nicht in die Umsetzung einbezogen. Unter dem harschen Blog-Titel "Bürgermeister Krammer übernimmt aus Fadheit die Agendes des Baustadtrates  und beschliesst im Alleingang Neupflasterung am Hohen Markt!" schießt Dowalil scharf auf den Bürgermeister.

Dowalil bemängelt sowohl monetäre Bedeckung des Projektes, als auch die Vorgangsweise, dass der Bürgermeister sozusagen den Bauausschuss aushebelt. Dowalil: "Schon früher wies ich in meiner Funktion als Baustadtrat darauf hin, dass ich keinen einzigen gut eingebetteten Pflasterstein am Hohen Markt entferne, bevor nicht sämtliche notwendige Pflastersanierungen in der Innenstadt lt. Sanierungskatalog des Bauamtes abgeschlossen sind" und weiter: "Eine vollflächiger Pflastertausch mitten in der Schanigartenhochsaison wird eine gravierende Beeinträchtigung der Gastronomie und der Wirtschaftstreibenden mit sich bringen".
Da aber der Hohe Markt derzeit größere aufgegrabene Flächen durch die Verleglegung der Glasfaserkabel aufweist, scheint es eine finanzielle Übereinkunft zwischen Stadt und der betreibenden Firma Kabel Plus zu geben, aufgegrabene Pflasterbereiche nicht jetzt zu sanieren, um dann erst wieder den gesamt Hohen Markt neu zu gestalten.

Das hält Dowalil aber nicht ab, auch das Gesamtprojekt zu kritisieren, in dem eine Kopfsteinpflasterung vorgesehen ist, die an die 240.000 Euro kosten soll und nicht budgetiert ist. Denkbar ist auch, dass die Stadt noch in die demnächst auslaufende Stadterneuerungsförderung rutschen möchte. Aber Dowalil weiter barsch: "Kopfsteinpflaster im Bezug auf Barrierefreiheit und der Nutzung im Allgemeinen (Roller, Kinderwägen, Rollwägen, etc.) nahezu ungeeignet ist. Normen und Richtlinien für die barrierefreie Gestaltung von Gehwegen im öffentlichen Raum empfehlen erschütterungsarme Bodenbeläge. Eine Fussgängerzone, welche nun einen Teil der Bevölkerung ausgrenzt widerspricht dem Behindertengleichstellungsgesetz. „Wir sind nicht behindert- wir werden behindert“- Dummheit, Unwissenheit und Gedankenlosigkeit von Bauträgern und ihrer Planer führt dazu, dass unnötig falsch gebaut wird."

Und: "Ich regte an, dass es zweckdienlich sei, wenn ein Verlege- und Möblierungsplan von Architekt Beneder erstellt werden würde. Denn bevor ich als Projektleiter einen Umbau beginne, erstelle eine Freigabemappe mit sämtlichen Plänen, einem Ausstattungskatalog und einem verbindlichen Bauzeitplan= Baubeginn und Baufertigstellung.
Und zum Schluss: "Der von mir geführte Bauauschuss wird durch des Bürgermeisters zeitliche Vorgangsweise, zwischen Ankündigung des Bauvorhabens am 23.05. und der tatsächlicher anberaumten Ausführung im Juli/August, plump umgangen."

Die Kritik an einer eher nicht so barrierefreien Pflasterung ist nachvollziehbar, jedoch sollte es aber auch möglich sein, in einer Fußgängerzone eine Rollator-und Stöckelschuhfreundliche Version zu verlegen. Auch ins Pflaster integrierte "Asphaltzungen" könnten z.B. für Einkaufswagen und Rollkoffer eine wesentliche Erleichterung sein. In der Ölberggasse gibt es als Fallbeispiele zahlreiche unterschiedliche Pflasterungen, wo man sich an der besten orientieren könnte.

 

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